tours by bike

Radfahren in Asien

Myanmar 1. Woche

 1 und 2. Tag Flug von Hamburg über Dubai nach Yangon

War Yangon im November 2016 auf dem Weg nach Hanoi nur ein Zwischenstopp, hieß es diesmal nach pünktlichen nach 14 Stunden „aussteigen“. Da mehr als die Hälfte der Bassagiere das gleiche Ziel hatten und da um die Mittagszeit noch einige weitere Flieger gelandet sind, dauerte die Passkontrolle satte 40 Minuten. Der Vorteil war, die Gepäckstücke waren schon alle auf dem Laufband und mein Fahrradkarton stand auch schon an einer Seitentür.
Der Rangun International Airport ist im Vergleich zu anderen asiatischen Flughäfen überschaubar, so dass ist, mit meinem vollgepackten Trolley schnell draußen war, wo mich angenehme 32 Grad erwarteten.
Da es ja schon morgen mit dem Bus weiter nach Bangan geht, blieb mein Fahrrad im Karton. Thomas wartete daher schon mit einen etwas größeren Taxi auf mich. Die Fahrt in die 15 Kilometer entfernte Innerstadt dauerte rund eine Stunde und war wie gewohnt asiatisch – chaotisch.
Ich wurde schon von Gerlinde und Ha-Jo erwartet. Denn alle drei sind schon gestern aus Bangkok kommend hier gelandet. Alle waren nämlich schon Ende Dezember in Ho Chi Min City gestartet und hatten Anfang Februar das erste Etappenziel – Bangkok erreicht.


3. Tag 48 km, bewölkt bei 26°

Vietnam 3. Woche

16. Tag, 96 km flach bei 23° bis 33°, anfangs bewölkt, später wechselnd Sonne, Wolken

Wir sind um sieben Uhr aufgebrochen und erstmal 17 km geradelt, ehe wir in einem kleinen Ort eine einladende Suppenküche sahen. Wir wurden gleich mit Hallo begrüßt und waren für die Frauen und Männer erst mal der Gesprächsstoff für den Morgen. Offensichtlich machten wir aber keinen schlechten Eindruck, denn es wurde viel gelacht und geredet und es war sicher gut, dass wir nichts davon verstanden.
Zwischendurch wurde mein Fahrrad für eine Proberunde benutzt und nachdem ich einer kleinen Vietnamesin aus unserem Obstvorrat eine Banane spendiert hatte, durfte ich sie auch auf den Arm nehmen. Die dazugehörende Mutter, wollte zwar nicht auf den Arm genommen werden, rückte aber für ein Foto ganz nah an ihre Tochter.

Der weitere Weg nach Hue führte über durchweg gute Seitenstraßen parallel zu Küste. Zwar konnten wir das Meer nur ab und zu sehen, doch es war ohnehin interessanter, die Menschen die längs der Straße lebten zu beobachten.
Und da wohl nur sehr selten Fremde hier auftauchten, beobachteten wir uns wohl gegenseitig. Wie die Tage zuvor ,ging das aber nicht ohne lautes Hallo und Händewinken. Auch heute sahen wir wieder, wie Hühner Styropor fraßen – ob das wohl der Versuch ist, die Eierschalen weniger zerbrechlich zumachen 😀 ?

Auf halber Strecke, tauchten zwischen den meist neuen, aber einfach gehaltenen Wohnhäusern die ersten Prachtbauten auf. Es waren Familiengrabstätten die immer größer wurden, je näher wir Hue kamen. Dazwischen gab es auch einfache, schmucklose Rundgräber, doch überwogen auf ca. 40 km die tempelartigen Gräber. Wie wir an einem Neubau sehen konnten, sind es keine historischen Grabanlagen, sondern wurden in den letzten Jahren errichtet.  Ältere Grabmäler wurden während des Vietnamkrieges, der in dieser Gehend besonders heftig tobte, wie alles andere zerstört. Eine Erklärung, warum die Gräber hier  errichtete wurden und werden, haben wir auch im Internet nicht gefunden.

Gegen 16:00 Uhr sind wir in unserem Hotel in Hue angekommen, haben diesmal beim Inder um die Ecke gut gegessen und nach einem Rundgang durch die Altstadt, stand der Abend nach einstimmigen Beschluss „zur freien Verfügung“.


17. Tag 25 km Stadtausflug bei 23° bis 34°, bewölkt, kurzzeitig leichter Regen

Nach einem Standardfrühstück im Hotel, sind wir zu unserer Kulturrunde aufgebrochen. Unsere Ziele für Heute waren, die Kaisergräber von Tu Duc, die Zitadelle, der Kaiserpalast so wie das Museum.

Über diese Kulturdenkmäler gibt es hinreichend Literatur und Informationen im Internet, so dass ich mich darauf beschränke andere Ereignisse zu schildern.

Da die Anlagen in einiger Entfernung vom Hotel lagen, sind wir mit den Rädern unterwegs gewesen. Um zu den Kaisergräber von Tu Duc zu kommen, mussten wir zuerst den Parfum Fluss überqueren.

Zuvor waren wir noch auf dem Markt von Hue, in dem man die Eindrücke über Nase, Augen und Ohren aufnehmen konnte, während man sich durch die engen Wege zwischen den Ständen zwängt.

Danach nahmen wir den kürzeren Weg und haben mit einer kleinen Fähre den Fluss überquert. Allerdings klappte die Verständigung zwischen dem Bootsmann und Thomas nicht so richtig.
Beide redeten laut und viel und konnten oder wollten nicht verstehen was der Andere sagte. Für 2 € kamen wir aber dann doch an das andere Ufer. Dort auf einer Anhöhe war ein Tempel der direkt von Touristenbooten aus Hue angesteuert wurde. Da uns aber keiner der Menschen dort sagen konnte wie wir mit den fahrrädern weiterkommen, sind wir einen Weg gefolgt der aber immer schlechter wurde und vor einer Brückenbaustelle endete. Wieder zurück am Fähranleger wurde uns klar, was der Fährmann meinte – der Weg zu den Kaisergräbern führt über den Tempel auf dem Berg. Das hieß die Räder 40 Stufen hochtragen 🙁 .

Irgendwann waren wir dann oben, und hofften, dass sich der Trampelpfad zu einer richtigen Straße entwickeln würde, was nach ca. 4 km aus so war.
Dass dann folgende Besuchsprogramm, haben wir genauso wie die anderen zahlreichen Touristen absolviert. Nur wurden diese mit Bussen herumkutschiert und wir waren eben mit den Rädern unterwegs.

Nach dem Abendessen haben Simone und ich noch einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt gemacht, Peter und Thomas sind schon früher in das Hotel gegangen.


18. Tag, 119 km nach 70 km „Wolkenpass“ mit 630 m, bei 21° bis 31°, leicht bewölkt.

Da wir heute nicht nur eine Strecke von mehr als 100 km, sondern auch noch der Wolkenpass vor uns hatten, waren wir um sieben Uhr schon auf den Rädern. Die ersten 60 Kilometer sind wir auf Nebenstraßen unterwegs gewesen auf denen man recht ordentlich fahren konnte.
Unterwegs sahen wir, wie auch die Tage zuvor, wieder viele Grabmäler unterschiedlichster Größe. Da es die halbe Nacht kräftig geregnet hatte, ragten diese oft wie Inseln aus den Feldern.  
Auf einer Strecke von ca. 10 Kilometer sahen wir auch viele große Hütten aus Reisstroh die links und rechts der Straße auf den feuchten Wiesen standen. Es dauerte etwas, bis wir sahen, dass diese für die Zucht von Strohpilzen verwendet wurden.

Irgendwann war es mit der schönen Landstraße vorbei und wir mussten auf die Autobahn um zum Wolkenpass zu gelangen. Aufgrund fehlender Beschilderung, die es in Vietnam eigentlich nur auf Hauptverkehrsstraßen gibt, sind wir zu früh auf die Autobahn aufgefahren so, dass wir zweimal, verbotener Weise mit unseren Rädern durch Tunnels fahren mussten.
Einige Kilometer vor dem Wolkenpass haben wir uns in einer schönen am Wasser gelegenen Gaststätte mit gebratenen Fisch gestärkt und unsere Wasservorräte aufgefüllt. Damit wir in der Mittagshitze nicht zu faul werden sind wir nicht lange sitzen geblieben und haben gegen 13 Uhr damit begonnen die 469 Meter des Hai-Van- oder Wolken-Passes zu erklimmen. Die Steigung lag im Mittel bei 6%, es gab aber auch Abschnitte wo es mit 10% aufwärtsging.
Wir hatten glücklicher Weise unten kaum Sonne und ab250 Meter machte der Wolkenpass seinen Namen alle Ehre. Dichte Nebelschwaden begrenzten die Sicht zeitweise auf wenige Meter. Der Verkehr hielt sich in Grenzen, da diese äußerst wichtige Verkehrsverbindung seit 2005 durch den 6,3 km langen Hai-Van-Tunnel entlastet wird. Nur Tanklastfahrzeuge, Tiertransporter und Touristenbusse fahren noch die Strecke über den Pass.

Oben angekommen, haben wie in der wenig angenehmen Nebelsuppe schnell einen Kaffee getrunken, und uns an die Abfahrt gemacht. Hier merkten wir schnell, dass die Truong-Son-Berge über die der Pass führt, die natürliche Grenze und Wetterscheide zwischen Nord- und Süd-Vietnam sind.
Schon nach ca. 500 Meter auf der Abfahrtsstrecke riss der Nebel auf und wir hatten freie Sicht auf Đà Nẵng – unser heutiges Ziel. Bis zu unserem Hotel waren es nochmals mehr als 25 km. Wir kamen aber noch vor der Abenddämmerung in der Innenstadt an, fanden nach kurzer Suche ein ordentliches Hotel. Mein Zimmer war allerding in der 5 Etage und dass nach dieser Tour ohne Fahrstuhl.  

Am Abend sind wir der vietnamesischen Küche noch einmal untreu geworden und haben in einem Straßenlokal sehr gut japanisch gegessen. Zum Abschluss holte sich jeder von uns noch ein großes Stück Kuchen, das wir bei angenehmen Temperaturen an der Strandpromenade am Han Fluss verspeisten.


19. Tag, 38 km eben, bei 25° bis 37°, leicht bewölkt.

Wir haben erst um acht Uhr gefrühstückt, da unsere Pläne für heute ziemlich übersichtlich waren.train
Als Erstes sind wir zum Bahnhof gefahren, um zu klären ob, bzw. welcher Zug uns und unsere Fahrräder am 25. Nov. nach Hanoi bringen kann. Wir erfuhren, dass der Train SE20 um 18:45 einen Gepäckwagen hat in dem auch unsere Räder Platz finden. Da die Zugfahrt fast 18 Stunden dauern wird, haben wir uns Karten für ein „Soft bed 4x“ Abteil für 30 € je Platz geleistet.

Anschließend sind wir zum Cham Museum gefahren. Ich fand es zwar recht übersichtlich, es ist aber das bedeutendste Museum der Cham-Kultur. Dort werden ca. 300 guterhaltene Exponate der Cham-Kultur ausgestellt. Unter anderem kann die Darstellung des elefantenköpfigen Ganesha, der hinduistische Sagenvogel Garuda, die Trinität Brahma, Shiva und Vishnu, bestaunt werden.
Im zweiten Stock des Museums ist eine Fotoausstellung vorhanden, anhand derer man sehen kann wie die Menschen der Cham gekleidet waren, wie sie gelebt haben. Zudem sind Fotos von Ruinen der Cham-Tempel und –Besiedlungen zu sehen. War aber geschlossen!

Über die Drachenbrücke ging es dann weiter in das ca. 30 km entfernte Hoi An – das End-Ziel unserer Fahrradtour.
Auf den Weg dorthin haben wir noch an einem schönen Strandabschnitt gehalten. Während Simone, Thomas und Peter ins Wasser gingen, habe ich mich mit zwei Strandschönheiten angeregt unterhalten, aber außer deren Alter (die Damen waren 54 und 62) habe ich nichts verstanden. Nachdem ich ein Bier ausgeben hatte, musste ich mich mit der jüngeren auch noch in Armdrücken versuchen.

Die Straße nach Hoi An ist gut ausgebaut, hat aber auch einiges an Verkehr zu verkraften. Fast auf der ganzen Strecke gibt es beidseitig schon riesige Hotelanlagen und noch mehr sind im Bau. Es ist für die Menschen dort nur hoffen, dass sich der Fremdenverkehr entsprechend entwickelt. Ich kann mir allerdings schon jetzt nicht vorstellen dort Urlaub zu machen. Möglicherweise wurde dort für den wachsenden chinesischen Tourismusmarkt vorgeplant.

Als nächstes haben wir bei den Marmorbergen etwa 10 km südlich von Danang halt gemacht. Die Marmorberge bestehen aus fünf imposanten Hügeln, welche bis zu 100 Meter aus der Ebene ragen. Die Einheimischen nennen die Marmorberge Ngu Hanh Son, was Berge der 5 Elemente bedeutet. Jedem der fünf Berge wurde ein Element zugeordnet: Wasser, Metall, Holz, Feuer und Erde. Der Berg Son Thuy (Wasserelement) ist der meistbesuchte der Marmorberge. Auf dem Weg nach oben führen Treppen und Pfade die von Pagoden und Grotten gesäumt sind. Ziemlich am oberen Ende liegt eine spektakuläre Höhle. Die meisten Besucher verwenden allerding die Fahrstühle. Das Bauwerk hierfür wirkt gegenüber der filigranen Tempelanlage reichlich deplatziert.

Im weitem Umkreis der Berge ist alles auf Touristen eingerichtet. Es gibt zahlreiche Ausstellungs- und Verkaufsräume für Steinfiguren von Klein-Nippes bis hin zum 5 Meter Buddha.

Als wir uns Hoi An näherten wurden die radfahrend Touristen zahlreicher und das „Hallo“ der letzten Tage seltener. Im Ort selbst reiht sich Hotel an Hotel. Kurz – mehr Tourismus geht fast nicht.
Das bestätigte sich auch als wir am Abend in der Altstadt waren. Vielleicht ist diese absolute Orientierung hin zum Tourismus-Business nötig um die schönen alten Häuser als Welt-Kulturerbe zu erhalten.   


20. Tag in Hoi An, zu Fuß, mit dem Fahrrad 28° bis 35°, leicht bewölkt.

Nachdem wir im Hotel gefrühstückt haben sind wir heute Morgen in die Altstadt zum dortigen Markt gegangen. Obwohl es schon nach neun Uhr war, waren noch recht wenige Touristen unterwegs.
Voll war es allerdings trotzdem, da der Markt quasi der Supermarkt für die Einheimischen ist. Vom lebenden Fisch über Haushaltsgeräte bis hin zur Unterwäsche wird in den Markthallen und den Ständen rund um die Hallen alles angeboten.  Peter und Thomas haben sich noch einige Sehenswürdigkeiten angesehen, Simone hat die Stoffabteilung in der großen Markthalle besucht und ich bin einmal quer über den Markt geschlendert.

Nachdem meine drei Mitradler nachmittags zum Baden an den Strand gefahren waren, habe ich mich auf das Fahrrad gesetzt und bin die östlichen Vororte von Hoi An geradelt. Ich wollte dorthin, wo die Menschen leben die in der Stadt für die Touristen arbeiten. Ich finde es interessant die Menschen in ihrem Alltagsleben zuzusehen. Durch Zufall bin ich wieder an das Ufer des Flusses Song Thu Bon gekommen wo ich entlang der Uferpromenade zurück in die Altstadt fuhr wo sich inzwischen wieder die Touristenmassen durch die Gassen schoben.


21. Tag, 95 km mit dem Moped nach Mỹ Sơn bei 33°, bewölkt und Regen.

Wie geplant, haben wir heute die die Räder stehen gelassen und haben uns für 12 $ drei Moped gemietet. Nachdem wir noch für 5 $ getankt hatten, ging es anfangs noch etwas unsicher (Peter hatte wenig und ich keine Erfahrung) auf die Piste.
Unser Ziel war Mỹ Sơn  eine Tempelstadt die im Jahr 1999 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Sie entstand während der Cham-Kultur und geriet nach dem Zerfall des Champa Reiches in Vergessenheit. Sie wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts durch die französischen Kolonialherren wiederentdeck.

Die mit Moos und Farn bewachsenen roten Ruinen wirken inmitten des Dschungels geheimnisvoll und würden im Grün des Waldes verschwinden, gäbe es da nicht die bunte Kleidung der vielen Touristen.
Leider wurde ein großer Teil der Anlage während des Vietnamkrieges beschädigt oder vernichtet. Nur rund 20 von 70 Bauwerken waren nach den Bombardierungen noch vollständig intakt. Ein groß angelegtes Restorationsprojekt versucht, die Tempelanlage mit seinen Tempeln, Türmen und Mauern wieder aufzubauen was aber sicher noch Jahre dauern wird.

Gegen 13 Uhr tauchten, wie vorhergesagt dunkle Wolken am Himmel auf und es fing pünktlich an zu regnen als wir uns auf dem Nachhauseweg machten. Angangs nieselte es noch aber nach 3 Kilometer mussten wir dann unsere Regenumhänge überstreifen, die uns bis nach Hause trocken hielten.

Am Nachmittag hörte es aber auf zu regnen, so dass wir am Abend die Zahl der Touristen in der Altstadt noch einmal erhöhen konnten.


22. Tag, 35 km flach, mit dem Rad von Hoi An Nach Da Nang, dann mit dem Nachtzug nach Hanoi.

Püntlich nachdem wir in Hoi An losgefahren sind, fing es an leicht zu nieseln – zu wenig um das Regencape auszupacken.  So fuhren wir im Schmuddel Wetter bei 25° bis zu den Marmorbergen den Ngu Hanh Son wo der Regen erfreulicher Weise aufhörte. Bei der Hinfahrt hatten wir dort nur kurz gehalten.
Nachdem ich im Internet gelesen hatte, dass es sich lohnt dort Halt zu machen, sind wir mit dem Fahrstuhl die 40 m hochgefahren und haben uns wie 1234 andere Touristen auch die Tempel und sie Höhlen angesehen. Leider war der Eindruck in der großen Höhle nicht ganz so eindrucksvoll, da die Sonnenstrahlen fehlten, die die Höhle sonst in mystisches Licht taucht. Nachdem wir die Treppen nach unten gestiegen waren, haben wir an der Garküche, wo wir die Räder abgestellt hatten eine Kleinigkeit gegessen und sind weiter Richtung Da Nang geradelt. Nach wenigen Kilometer fing es wieder leicht an zu regnen, eigentlich wieder zu wenig um das Regencape auszupacken – dachten wir und so kam es – wie es kommen musste, irgendwann waren wir so nass, dass es sich nicht mehr lohnte etwas gegen die Wasserflut zu unternehmen.
Trotz allen kamen wir ziemlich pünktlich vier Stunden vor Abfahrt am Bahnhof an. Nachdem wir unserer Räder relativ unkompliziert aufgeben konnten, haben wir uns im leeren Teil des Wartesaales ausgebreitet und unsere triefend nassen Klamotten gewechselt und zum trockenen ausgebreitet.

Eine Stunde vor Abfahrt des Zuges hatte es aufgehöhrt zu regnen, so dass wie in einer nahen Gaststätte noch ausgiebig Abendbrot essen konnten.

Pünktlich, etwas vor 18:45 konnte wir dann unseren Zug entern (er stand nicht am Bahnsteig) und waren froh, dass unser 4 Personen Abteil doch recht ordentlich war. Nachdem wir unseren Bier- Keks- und Obstvorrat reduziert hatten, haben wir, zur Sicherheit noch 2 Eier und 2 Portionen Reis mit Gemüse vom Zugservice gekauft und verdrückt (der Reis war ziemlich pappig).
Satt wie wir waren, sind wir recht früh in die Horizontale übergegangen und haben erste Versuche unternommen bei dem Klack Klack gerumpel und dem geschaukle vom bisherigen Urlaub zu trämen.


23. Tag, mittags an 18 Stunden Zugfahrt pünktliche Ankunft in Hanoi.

Gegen sieben Uhr sind wir mehr oder weniger zerknittert von unseren Ligen geklettert und haben erstmal unsere Vorräte begutachtet unter denen sich weder Kaffee noch Brötchen befanden – zur Not taten es dann Bier und Kekse. Auf der Erkundungstour durch den Zug fanden wir tatsächlich einen Speisewagen, wo wir uns mit Kaffee eindeckten.  Mit ein wenig Geduld wären wenig später auch im Abteil bedient worden.
Der Rest der Fahrt verlief recht beschaulich. An einigen Stellen kreuzte die Bahn die Straßen an denen wir auf unserer Tour nach Süden längs geradelt sind.  
Nachdem wir pünktlich in Hanoi angekommen waren, mussten wir noch 2 Stunden warten bis die Gepäckabteilung öffnet – warum auch immer.
Die Zeit nutzten wir und haben in einem Lokal, mit Blick auf die Gepäckausgabe zu Mittag gegessen.
Etwas früher als vorhergesagt, sind wir nach Abgleich der Belege, Zahlung von 40 TVND mit einem Bahnmitarbeiter quer über die Bahnsteige zu einem Güterwagen gegangen, wo wir unsere teilverpackten Fahrräder in Empfang nahmen.
Nachdem alles wieder fahrtüchtig war, haben wir uns in den Hanoier Verkehr eingereiht und sind zu dem Hotel gefahren in dem wir auch die ersten Nächte verbracht haben.
Da wir im Zug gar nicht so schlecht geschlafen hatten, sind wir, nachdem Thomas zu Frau und Kind nach Hause gefahren ist, noch durch die Altstadt geschlendert und haben nach einem sehr guten Abendessen den Tag gegen 23 Uhr ausklingen lassen.


24. Tag, Weltnaturerbe  Halong Bay.

Als wir morgens um halb acht losfuhren, ahnten wir schon, dass es eine touristische Massenveranstaltung werden würde. Etwas außerhalb von Hanoi reihte sich unser Bus in eine Kolonne anderer Busse ein, die nur ein Ziel kannten die Hạ Long Badsc01247y.
Da wir für die 150 km fast vier Stunden brauchen, gab es zwischendurch einen Stopp an einer „happy Station“. Das waren riesige Einkaufstempel mit großen sanitären Anlagen. Es gab dort alles zu kaufen was Touristen brauchen oder auch nicht brauchen. Allerding hatte ich bei dem Esszimmer aus Tropenholz so meine Zweifel ob das schon einmal dort verkauft wurde.
An der Ha Long Bay angekommen, folgten wir den nicht abreisenden Strom von Menschen die von den Reiseleitern von den Bussen zu den Schiffen dirigiert wurden. Es waren kleinere Holzkähne mit einem Restaurant- und einem Oberdeck.  
Kaum waren die ca. 50 Personen an Bord, legte das Boot ab und schipperte in Richtung der Insel Hòn Vụng Chùa. Allerdings bogen wir schon nach weniger als einer Stunde zu einer Anlegestelle ab, von der aus Simone und Peter mit einem Kajak zu einer 20-minütigen Exkursion zu einer Höhle paddeln. Das Ganze war allerding wenig spektakulär.
Danach schipperten wir weiter zu den Hang Sung Sot Tropfsteinhöhlen die erst 1993 von Fischern entdeckt wurden. Es ging erst mal viele Treppen nach oben und als Belohnung konnte man die imposanten, (kitschig) bunt angestrahlten Steinformationen bewundern. Nach ca. 20 Minuten führte auf der anderen Seite der Höhle der Weg über viele Treppen zum Anleger zurück. Da die Höhlen weitgehend trocken sind, gab es trotz der Menschenmassen und der Beleuchtung dort keine Algenbildung an den Tropfsteinen. Und dann waren die 3 Stunden Bootsfahrt auch schon zu Ende.
Mit dem Wetter hatten wir allerding unheimlich Glück. Sonnenschein, klare Sicht und Temperaturen um 25°. Denn die Tage zuvor konnten die Schiffe wegen des Nebels und rauer See erst gar nicht auslaufen.
Trotz der Bilanz 8 Stunden im Bus –  3 Stunden auf dem Wasser, waren wir uns einig, es hat sich gelohnt. Man muss sich das Erlebnis eben mit gefühlten 10 Mio. Touristen teilen aber, wenn man sich darauf einstellt kann man einen Ausflug in die Bucht trotzdem als schönes Erlebnis verbuchen. Nicht zuletzt wegen der bunte zusammengewürfelten Truppe – Jung und Alt von Neuseeland über Argentinien bis Europa wurde es nie langweilig.


25.Tag,  letzter Tag in Hanoi.

Wir mussten in Hanoi zwar noch einmal das Hotel wechseln, da es aber nur schräg gegenüber lag haben wir unsere Räder in der Garage des ersten Hotels stehen lassen. Und da unser Flug erst um 22:55 startete konnten wir noch einen ruhigen Urlaubstag genießen.
Peter ist mit dem Mopedtaxi zu Literaturtempel gefahren, Simone hat noch letzte Einkäufe getätigt und ich bin durch das Handwerksviertel geschlendert. In den nach Gewerken aufgeteilten Straßen ist das Angebot an Waren so vielfältig, dass kein deutscher Baumarkt da mithalten kann.

Nachdem wir nachmittags unsere Räder wieder in den Kartons verstaut hatten (die hatten wir im Hotel zwischengelagert) gab es ein letztes gutes Abendessen zu dem uns Thomas mit seiner Frau und seiner Tochter eingeladen hatte.   

Gegen 19 Uhr brachte uns und unsere Kartons ein Shuttlebus zum Flughafen. Da Peter und ich schon wussten, das wir Übergepäck aufgeben wollten, hofften wir die Dame am Schalter davon zu überzeugen, dass wir mit Handgepäck die 37 kg nicht überschreiten. Doch die Lady war hart – ich musste 3 kg Schmutzwäsche in das Handgepäck umpacken. Dass ich Ihr keinen schönen Abend gewünscht habe war ja wohl klar!!
Der Flug war lang aber nicht besonders strapaziös, zumal ich das Glück hatte, dass der Sitz neben mir frei blieb, so dass ich etwas bequemer als Peter zeitweise auch schlafen konnte.


Vietnam 2. Woche

9. Tag 76 km bis auf einige Hügel weitgehend eben bei durchschnittlich 27°

gleich morgens um halb Acht hat uns vor dem Hotel eine Händlerin gefesselte Krebse zum Frühstück angeboten, was wir zu Ihrem Leidwesen aber dankend abgelehnt haben. Unser Frühstück bekamen wir in einem Lokal zwei Straßen weiter, in dem schon recht viel los war. Dort gab es gefüllte Rollen aus Reisfladen die frisch zubereitet wurden. Dazu gab es Gemüse und verschiede Soßen. Wir waren begeistert.

Nach einer dreiviertel Stunde sind wir dann aber endgültig gestartet. Unser Ziel für heute war der Ort Yên Cát in der Provinz Thanh Hóa. Die Wege dorthin waren ähnlich wie gestern nur, dass auf den letzten 10 km einige Hügel gab die mich und Peter ganz schön ins Schwitzen brachten.
Außer einen Stopp in einem Fischereihafen gab es auf der heutigen Strecke keine Sehenswürdigkeiten. Für Abwechslung sorgte Tom, bei dessen Fahrrad der Seilzug der Kettenschaltung gerissen war. Er hatte das aber gut geplant J, denn wir waren gerade am höchsten Punkt unsere Tour von der aus wir eine schöne Aussicht hatten. Während der ca.30-minütigen Wartezeit bekamen wir Gesellschaft von einem LKW-Fahrer der uns fotografiert hat und auch das Mädchen mit den Ziegen war sehenswert.

Gegen 15:30 Uhr kamen wir im Hotel an, haben schnell geduscht. Wir wollten möglichst früh erkunden wie groß das kulinarische Angebot ist, denn ab halb sechs wird es, bewölkt wie es war schon finster.
Leider hat das aber nichts genützt! Wir hatten zwar ein Lokal gefunden, das gut aussah, doch gab es dort nur Muscheln und danach war uns nicht. Die Rettung war eine Enten-Grillstation, auf deren Drehspießen knusprige Vögel darauf warteten mitgenommen zu werden – was wir auch taten. Der Kaufvorgang an sich war so klasse wie die Ente nachher geschmeckt hat. Wahrscheinlich waren wir die ersten Ausländer die dort eine Ente gekauft haben. Als wir mit dem Enten-Paket auf die Räder stiegen, hatten sich dort mindesten 20 Erwachsene und Kinder angesammelt, von denen wir mit „Hallo“ verabschiedet wurden. Im Hotelrestaurant haben wir das Essen mit Reis, Wasserspinat und einigen Bieren vervollständigt.

Etwas später gesellte sich ein junger bärtiger Bayer zu uns. Er ist auch mit dem Fahrrad unterwegs und wird uns für einen Tag begleiten.


10. Tag 97 km hügelige 434 Höhenmeter bei 24° bis 34°, Sonne und Wolken

Da es, bis zu unserem heutigen Ziel die Stadt Tân Kỳ doch recht weit war und einige Hügel dazwischenlagen, sind wir um sieben Uhr aufgebrochen. Das Frühstück – Nudelsuppe war kein Highlight aber auch nicht schlecht. Für den Kaffee brauchten wir nur Warmwasser, das Nestle Instantpulver hatten wir selber.

Die ersten 40 km waren wir auf einer Hauptstraße unterwegs, sind aber dann weiter auf Seitenstraßen in Richtung Tân Kỳ abgebogen. Zwar war kein Hügel höher als 180 Meter, doch es ging einige Male rauf und runter, so dass doch einige Höhenmeter zusammenkamen.
Im Großen und Ganzen war die Strecke recht gut und der Verkehr gewohnt lebhaft. Erschwerend war, dass wir häufig nur eine Hand zum Lenken hatten, da wir mit der anderen Hand auf das Winken und das Hallo der Kinder und Erwachsenen am Wegesrand antworten mussten.

Besondere Vorkommnisse oder Sehenswürdigkeiten gab es auf der Strecke keine und so sind wir, wie geplant gegen16 Uhr im Hotel „km0“ am Ende der Hauptstraße von Tân Kỳ angekommen.

Nachdem wir den gebratenen Reis mit Rindfleisch, Eierpfannkuchen und zweierlei Gemüse kombiniert mit einigen Dosen Bier vertilgt hatten, sind wir, bis auf Simone, die noch ein Stück laufen wollte, schon 19 Uhr in unseren Zimmern verschwunden.

 


11. Tag 137 km leicht hügelige 232 Höhenmeter bei 22° bis 36°, Sonne und Wolken

Da wir schon wussten, dass die Strecke heute etwas länger werden könnte, sind um sieben Uhr aufgebrochen und sind erst mal 30 km geradelt, ehe wir uns nach einer Frühstücksmöglichkeit umgesehen haben. Es war ein Ort mittlerer Größe mit einigen Lokalen und wir hatten wohl das Beste ausgewählt. Das Frühstück war vorzüglich. Es gab sogar frisch aufgebackene Baguette, die es als Erbe der Franzosenzeit dort überall zu haben sind.
Landschaftlich hatte die Strecke keine Besonderheiten zu bieten. An einigen Stellen erinnerte mich das Panorama an Kärnten. Sehenswürdigkeiten, wenn man diese so nennen will, waren zwei Denkmäler für die Gefallenen der Kriege von 1938 bis 1988. Beide waren fernab von Orten mitten in der Landschaft und eines war sehr weitläufig.

Nach 95 km, eigentlich Etappenziel für heute, eine relativ neue gesichtslose auf Reisbrett geplante Retortenstadt war nicht besonders einladend. Wir entschlossen uns daher, noch einmal in die Pedale zu treten und zur nächsten 35 km entfernten Übernachtungsmöglichkeit zu radeln. Anfangs gab es noch einige Hügel, es wurde dann aber flacher so, dass wir noch vor Einbruch der Dunkelheit im Hotel ankamen. Wieder einmal war es ein großes Gebäude mit geschätzten 50 Zimmern, aber außer uns waren nur noch zwei Gäste da. Es dauerte auch noch eine Weile, bis Thomas klarmachen konnte, dass wir 4 Zimmer wollten und das uns zwei Doppelzimmer nicht reichten.
Das Essen im Hotel entschädigte dann aber für den anfänglichen Wirbel.
Müde von den 137 km sind wir schon recht früh in unsere hart erkämpften vier Zimmern verschwunden.


12. Tag 86 km, dreieinhalb Berge mit 621 m hoch und 528 m runter, bei Steigungen bis zu 9%.  Morgens dunstig ab neun Uhr überwiegend sonnig bei 21° bis 36°.

Es war gut, dass wir gestern einige Kilometer mehr gefahren sind. Die Strecke von heute, mit den dreieinhalb Bergen, hat Peter und mir ganz schön zu schaffen gemacht.kurfe
Wir sind früh um sieben Uhr gestartet, haben aber schon nach 4 km unsere Frühstücks-Nudelsuppe verdrückt. Danach ging es weiter auf der Hauptstraße, wo uns jedes vorbeifahrende Fahrzeug seine Hupe vorführen musste. Bei den LKW war es besonders einprägsam, wenn auf Kopfhöhe die Fanfare losging.

Nach 30 km sind wir endlich auf eine Seitenstraße abgebogen, wo die Straße ihren Neigungswinkel änderte und es steil bergab und bergauf ging. Die Straßenbauabteilung hatte offensichtlich nur Schilder „6% und 800 m“, mein Garmin zeigte aber des Öfteren 8,5 % und die Länge der Steigung war gefühlt doppelt so lange.

Bei Kilometer 50 gab es dann noch einmal etwas Stärkendes zu essen und zu trinken und für Unterhaltung sorgte ein Vietnamese mit dem wir uns angeregt unterhielten. Worum es ging war nicht wichtig, wir konnten uns so und so nicht verstehen.

Da Thomas in der Mittagswärme sanft entschlummert war, sind Simone und ich durch den örtlichen Markt gegangen, wo es aber nicht anders aussah. Die meisten Marktfrauen schliefen zwischen ihren Warenbergen und ließ sich durch uns nicht stören.

Wie schon in den letzten Tagen gab es außer einiger katholischer Kirchen keine Tempel oder andere Sehenswürdigkeiten. Und selbst die Hoffnung einige Bilder vom „Zug der Freundschaft“ zu machen, erfüllte sich nicht es war ein Lastenzug der von Hanoi kam und nach Ho Chi Minh City fuhr.

Gegen 15:30 in Tân Kỳ angekommen, haben wir im Hotel eingecheckt, geduscht und erstmal die Beine hochgelegt. Bei mir dauerte es allerdings etwas, da mein Zimmer noch deutliche Spuren des vorherigen Gates aufwies.
Aber auch das war irgendwann erledigt, so dass wir alle zufrieden, noch ein gutes Abendessen in einem Lokal neben dem Markt bekamen. Damit es als Gemüse nicht wieder nur Wasserspinat gab, haben Simone und Thomas, Tomaten, Auberginen und Gurken besorgt die dann im Lokal zubereitet wurden. Das Essen war richtig gut.
Müde wie wir waren sind wir schon um 19 Uhr zurück in das Hotel.


13. Tag 64 km, bergig mit 430 Höhenmeter. Morgens dunstig ab zehn Uhr überwiegend sonnig bei 21° bis 36°.

Wir sind heute schon um 06:30 aufgebrochen um unser heutiges Ziel, die Hang Phong Nha Höhle möglichst früh zu erreichen. Gefrühstückt haben wir noch in Tân Kỳ. Diesmal gab es außer der Nudelsuppe auch belegte Brötchen vom Bäcker nebenan und Simone bekam auch noch ein Stück Kuchen.

Gut gestärkt ging es los, denn gleich nach den ersten Kilometern, kamen einige Hügel über die wir drüber mussten. Nach ca. 30 Kilometer bogen wir auf eine ruhigere Straße ab und radelten auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad in Richtung Nationalpark Phong Nha-Kẻ Bàng.

Mit jedem Kilometer auf ebener Straße wurde die Landschaft eindrucksvoller. Die Karstformation mit den dicht bewachsenen Bergkegeln hat sich vor etwa vor 400 Millionen Jahren entwickelt und ist die älteste und bedeutendste Karstregion in Asien. Es gibt dort zahlreiche Grotten und unterirdische Flüsse auf über 65 Kilometer Länge.

15 Kilometer lang ging der Weg eben durch diese schöne Landschaft. Aber Irgendwann standen die Karstkegel so eng zusammen, dass der einzige Weg in Serpentinen nach oben führte. Für Simone und Thomas war das nicht sonderlich anstrengend, Peter und ich hatten allerdings ganz schön zu kämpfen.
Wir waren daher über den Stopp froh, den uns ein Lette bescherte. Dieser war von Lettland kommend zu Fuß unterwegs nach Hanoi.
Irgendwann hatten wir die Steigungen überwunden, und es ging flott bergab so, dass wir wie geplant um 13:00 Uhr im Hotel waren.
Geduscht und etwas ausgeruht machten wir uns auf den Weg zum nahen Bootsanleger am Sông Côn River. Von dort ging es per Motorboot zu einem der größten Höhlensysteme der Welt.
Die größte Höhle, die Hang Son Doong , ist nicht öffentlich zugänglich. Es gibt aber eine Schauhöhle namens Hang Phong Nha, die man mit Booten befahren kann. Auf ca. einem Kilometer schippert man durch große Felsendome in denen sich an einigen Stellen große Tropfsteine gebildet haben. Die Höhle ist interessant, aber nicht überwältigend.

Obwohl der Ort ziemlich touristisch war, war nicht viel los, so dass der Tag nach dem Abendessen für uns zu Ende war.


14. Tag 136 km leicht hügelige 461 Höhenmeter bei 26° bis 36°, bei meist bewölktem Himmel

Da wir noch nicht sicher waren, ob unsere heutige Strecke 100 oder 130 km lang sein würde sind wir recht früh aufgebrochen. Und da es gegenüber dem Hotel eine Bäckerei gab, haben wir an diesem Morgen auf die Nudelsuppe ganz verzichtet und uns mit 10 belegte Brötchen und eine Stück Kuchen und Kaffee gestärkt.

Gut versorgt gingen wir also auf die Strecke. Es war eine breite gut ausgebaute Straße mit etlichen Hügeln auf der, der Verkehr aber erträglich war.

Dieses Gebiet, in der Provinz Quảng Trịmit ist Landschaftlich Nutzwäldern geprägt, die Jahre nach Ende des Krieges angelegt wurden. Die ursprüngliche Vegetation wurde während Krieges durch den Einsatz vielen tausend Tonnen des Entlaubungsmittels „Agent Orange“ weitgehend vernichtet.  

Da es auch heute noch viele Bombenblindgänger in diesem Gebiet gibt, sind immer noch Suchtrupps zur Entschärfung dieser traurigen Hinterlassenschaft unterwegs.

Es gab auf dieser Strecke nur wenige Stopps so, dass wir für die 100 km nur vier Stunden dreißig benötigten. Das Hotel dort, lag in der wenig einladenden Landschaft. Wir haben es nur von der Straße her besichtigt und schnell beschlossen, bis an die Küste weiter zu fahren.

Hatten wir in den letzten Tagen, vereinzelt Mopedfahrer gesehen, die auf dem Rücksitz Käfige mit Hunden transportiert hatten, begegneten wir heute einen riesigen Lastwagen auf dem in kleinen Gitterboxen mehrere hundert Hunde zusammengepfercht ihrem traurigen Schicksal entgegenfuhren.  Das Schlachten und essen von Hunden, ist in Nord-Vietnam wohl doch noch verbreiteter als man annehmen möchte und dass obwohl es in den Stätten Hundesalons gibt.  

Der Weg zur Küste uns führte dann noch einmal durch eine schöne Landschaft, vorbei an kleinen Farmen in denen überwiegend Pfeffer angebaut wurde.

Gegen 16:00 Uhr hatten wir unser Hotel, dass direkt am Strand liegt endlich erreicht. Nach dieser langen Strecke, war dann nur noch Abendessen angesagt, den Strand wollten wir uns am Nächsten Tag ansehen.  


15. Tag 22 km Ausflug 27°, bei meist bewölktem Himmel

Nach einer stürmisch, regnerischen Nacht mit anhaltender Brandung, sind wir erst gegen acht Uhr in den Ort gefahren und haben uns beim Bäcker belegte Brötchen geholt. Damit sind wir dann zu einem kleinen Restaurant geradelt und haben dort Nudelsuppe zu unseren Brötchen bestellt.
Nachdem wir uns noch Bananen (die guten kleinen) besorgt hatten, sind wir zu den acht Kilometer entfernten Tunnel von Vinh Moc aufgebrochen.

Diese 2,8 km lange Tunnelanlage wurden von der Bevölkerung Vinh Mocs während des Vietnamkrieges zu ihrem Schutz angelegt, da dies eines der von den Amerikanern am stärksten bombardierten Gebietes war. Pro Einwohner wurden im Laufe des Krieges etwa sieben Tonnen Bombenmaterial abgeworfen, einschließlich Luftminen. Die Bevölkerung musste sich teilweise über Monate in den Tunneln aufhalten, um überleben zu können. Der Bau des Tunnelsystems wurde 1965 nach der Zerstörung des Dorfes Vinh Moc begonnen und dauerte über zwei Jahre. Die Tunnel wurden in die rote Lehmerde gegraben, insgesamt wurden 6.000 m³ Erde beim Bau der Anlage bewegt.

Es war beeindruckend und bedrückend zugleich durch diese engen Gänge zu gehen. Als Besucher, der nur 20 Minuten dort unten ist, kann man auch nicht ansatzweise erahnen, was die Menschen dort durchmachen mussten.  Man kann schon fast sagen, passend dazu, blieb das Wetter den ganzen Tag stark bewölkt und diesig. Die Feuchtigkeit überstieg einige Male die 100% – es regnete!

Nachdem wir uns für Mittag nochmals belegte Brötchen und Kuchen besorgt hatten, haben wir auch Gemüse besorgt, das in der Hotelküche mit Unterstützung von Thomas zu einem guten Abendessen geworden ist.


Vitenam 1. Woche


1.und 2.Tag Anreise

Nachdem wir, mein Schwager Peter und ich, mit unseren Rädern problemlos eingecheckt hatten, hob unser Flieger pünktlich um 15:25 in Richtung Dubai ab wo wir gegen 01:00 landetet.  Simone, die Dritte in unserem Viererteam auf dieser Tour, war aus Frankfurt kommend schon eine Stunde vor uns gelandet. Wir trafen uns aber erst zum Abflug am Gate für unseren Flug nach Hanoi und landeten nach einer planmäßigen Zwischenlandung in Rangoon wir pünktlich in Hanoi.

Es dauerte zwar etwas, bis Simones Fahrrad und ihre Tasche ankam, doch ging es, nachdem wir alle unser Gepäck vom Band gefischt hatten und die Räder an einer Seitentür aufgetaucht waren, mit den Einreisevormalitäten recht schnell.
Thomas, unser Reiseleiter hatte ein Großraumtaxi organisiert, das uns und unsere Räder recht zügig ins Hotel in die Altstadt von Hanoi brachte. 

Am späten Nachmittag haben wir dann noch unsere Räder zusammengebaut und erstmal in der Hotelgarage abgestellt.
Danach haben wir uns in das Getümmel in der Altstadt gestürzt. Gefühlt waren dort die Hälfte der fünf Millionen Einwohner von Hanoi unterwegs. Wir haben aber in einer „Eckkneipe“ einen Platz gefunden um den Tag mit einem Bier (oder 2 oder 3) ausklingen ließen.

Obwohl wir nun schon mehr als 36 Stunden unterwegs waren, haben wir es noch bis 23 Uhr ausgehalten.


 3. Tag 48 km, bewölkt bei 26°

nachdem wir morgens einige hundert Euroscheine in Millionen Dong getauscht hatten, haben wir uns durch den morgendlichen Hanoier Verkehr gekämpft um unser Ziel den Ort Ba Trang am „Roten Fluss“ zu erreichen.  Der Weg dorthin führte über die alte Long Bien Bridge. Es ist eine Eisenbahnbrücke die 1898 bis 1903 von den Engländern errichtet wurde und auch zwei Spuren für Fahrräder und Moped hat. Offensichtlich ist dieses alte Bauwerk für die Hanoier ein romantischer Ort, da sich Hochzeitspaare dort fotografieren lassen.

In Ba Trang wird so ziemlich alles hergestellt, was sich aus Keramik fertigen lässt. Außer Gartenzwerge haben von der kleinsten Figur bis zur Zweimetervase alles gesehen. 
Wir sind aber nicht nur die Hauptstraße entlang, sondern auch in die Seitengassen gefahren, wo wir in einigen der kleineren Werkstätten zusehen konnten wie die Waren hergestellt wurden.
Zu Mittag saßen wir in einer Runde mit Einheimischen in einer Garküche in der das Essen-Angebot nicht mehr sehr reichlich war, aber ausreichte um uns satt zu machen.
Danach ging es über einer kleinen Fähre wieder in Richtung Innenstadt. Der Verkehr war wie gewohnt drängelig, wir sind aber gut im Hotel angekommen.  
Nachdem Thomas, der ja in Hanoi lebt, nach Hause geradelt war, haben wir am Abend noch den See Hồ Hoàn Kiếm umrundet in dem sich auf einer Insel der Ngoc Son Tempel befindet.


4.Tag 81 km eben, bewölkt und diesig bei 25° mit kurzeitigem Nieslregen

Nachdem wir bis acht Uhr alle mehr oder weniger ausgiebig gefrühstückt hatten, haben wir unsere Backtaschen auf die Räder geschnallt und sind in Richtung Chua Huong aufgebrochen das südwestlich von Hanoi liegt. Zuvor haben wir aber noch das neue Haus von Thomas und seiner Frau angesehen, welches in einer ruhigen Seitengasse im Stadtteil Văn Quán liegt.

Als wir dann gegen zehn Uhr von dort weitergefahren sind, ging die nächsten 15 km an einem nicht wirklich sauberen Fluss entlang an dessen Ufer sich aber ein Haus an das Anderer reihte.
Auf den nächsten 60 km ging es überwiegend auf Nebenstraßen, mit gutem Asphalt bis hin zur Schotterpiste, vorbei an kleinen Dörfern und einigen größeren Orten, in denen es recht ruhig zuging, da fast alle Geschäfte und Lokale geschlossen hatten. Verhungern mussten wir aber nicht. Nach etwas suchen fanden wir ein Lokal wo wir einen Topf Nudelsuppe bekamen.
Unterwegs haben wir einige christliche Kirchen, einen chinesischen und einen buddhistischen Tempel angesehen. Leider durften wir in Letzteren, der sehr imposant war, keine Aufnahmen machen.

Für den letzten 10 km hatte Thomas eine landschaftlich wunderschöne Strecke gefunden. Die Straße ging entlang eines Wasserlaufes, vorbei an schroffen Karstbergen an dem nur wenige Bauernhöfe lagen. Leider wurde der Nieselregen stärker, so dass sich der ohnehin schwierige Weg in eine Matschpiste verwandelte und der braune klebrige Lehm unsere Räder blockierte. Nachdem wir mit Fingern und Stöcken die Räder wider gangbar gemacht hatten, schafften wir es unbeschadet in den nächsten Ort, wo wir unsere Räder für 40 T-Dong mit dem Hochdruckstrahler reinigen lassen konnten.
Als wir gegen 17 Uhr in Chua Huong ankamen, machte der Ort einen ziemlich verschlossenen Eindruck. Nur wenige Hotels und Geschäfte hatten offen.
Wir fanden aber noch ein Lokal, in dem uns der Wirt des Hauses eine lauwarme Ente, Gemüse, gebratene Eier, Tofu und eine heiße Suppe servierte.

Da man in dem Ort nichts weiter unternehmen konnte haben wir uns schon gegen sieben Uhr auf unsere Zimmer verzogen.


5.Tag 8 km mit dem Boot, 321 Meter hoch zur Parfum Pagode (Chùa Hương). Bewölkt und ab Mittag Regen bei 25°

Obwohl unser Hotel keine eigene Küche hatte, bekamen wir nicht nur einen guten Kaffee, sondern auch einen großen Pott Nudelsuppe. Eine der Mädchen war mit dem Moped losgefahren und kam nach kurzer Zeit mit einem Tablett an auf dem die servierfertigen Suppenschüsseln standen.

Eine Stunde später stiegen wir dann in ein Ruderboot, dass uns über den Sông Đáy, zum Fuß des Berges des Parfüms brachte, an dessen Spitze die Grotte der Parfum Pagode liegt. Bis dorthin waren allerdings 321 Höhenmeter zu überwinden. Da wir ja heute eine Fahrradpause hatten, haben wir nicht die Seilbahn, sondern die Treppen zum Aufstieg genutzt. Dabei ging es über 4 km steil und felsiger aufwärts. Leider war von der reizvollen Landschaft nicht viel zu sehen, da diese im Regendunst verschwand. Die Namensgebung der Parfümpagode wird übrigens damit erklärt, dass die Luft in dieser Gegend – ganz im Gegensatz zu Hanoi frisch und rein ist!

Nach einigen hundert Metern fing es an zu regnen, was dazu führte, dass die Steine der Treppenstufen arsc…. glatt waren. Und es dauerte nicht lange, dass ich mich auf den selbigen setzte, was ich jetzt am Abend noch spüre.

Im Übrigen war der Aufstieg recht einsam, da die Vietnamesen diesen Ort nur an bestimmten Feiertagen aufsuchen. Zum Parfümpagodenfestes (Hoi Chua Huong) in den ersten drei Monaten des Mondkalenders (zwischen Februar und März) und in der der Zeit nach dem vietnamesischen Neujahrsfest (Tet) strömen die Besucher zu tausenden dort hin. Heute waren es nur wenige.
Nach mehr als einer Stunde sind wir oben angekommen und mussten, um zur Huong Tich Grotte zu gelangen, gefühlte 500 Stufen wieder nach unten steigen. Der Standort der Pagode liegt in mystischem Halbdunkel und entschädigt für alle Strapazen des Weges.  An den kleinen Altären gab es nicht nur Weihrauchstäbchen als Opfergaben. Dänische Butterkekse, Zigaretten und kleine Fruchtbarkeitsfiguren wurden dort ebenfalls geopfert.
Zurück nahmen wir, da der Regen stärker geworden war, die Seilbahn von der aus man, bei schönen Wetter sicher eine fantastische Aussicht hat – so hat Thomas, unser Reiseleiter uns erzählt.

Und obwohl wir an der Talstation verschiedene Sorten gedünsteter Wurzeln und Knollen probiert hatten, hatten wir noch genug Hunger für ein richtiges Mittagessen. In dem Lokal in dem sonst tausend Gäste bewirtet werden, klappte es dann auch, obwohl wir heute die einzigen Kunden waren.

Auf der Bootsfahrt zurück gab es anhaltend Wasser von unten und oben so, dass wir recht froh waren als wir gegen 16 Uhr im Hotel ankamen.

Unser Abendessen, gebratenen Reis und etwas Bier, bekamen wir in einem Lokal gegenüber dem Hotel. Ein großer irdener Topf am Tresen erweckte die Aufmerksamkeit von Simone. Nach einer Geruchsprobe waren wir der Meinung es müsste ein großer Rumtopf sein. War es zwar nicht, aber nach einigen Kostproben waren wir uns einig, dass der Geschmack und Alkoholgehalt ähnlich war.
Zur Sicherheit haben wir eine kleine Flasche für schlechte Zeiten mitgenommen.


6. Tag 92 km bei 325 Höhenmeter. Stark bewölkt bis Mittag Regen Ø-Temperatur 15° kalt.
Auch die zweite Nacht auf der Bambusmattenähnlichen Matratze war nicht so der Hit und der morgendliche Blick aus dem Fenster trübte die Stimmung weiter ein. Es hatte 14° C und es regnete.
Als wir dann um 07:30 in die Lobby kamen, war niemand zu sehen der uns mit einem Kaffee und einer Nudelsuppe versorgen konnte. Es dauerte eine Weile, bis uns eine noch verschlafene junge Dame vier Kaffee brachte und die Nudelsuppe per Mopedtaxi angeliefert wurde. Danach waren wir zwar satt und etwas aufgewärmt, das Wetter war aber immer noch so mies, dass ich zu Hause das Fahrrad in der Garage gelassen hätte.
Da wir aber am Abend in Ninh Binh sein wollten, stiegen wir um ca. 08:30, geschützt gegen Regen und Kälte (zumindest am Oberkörper) auf unsere Räder. Nach einigen Kilometer, wurde die Straße aber zur Matschpiste und wir waren im nu eingesaut. Es wurde noch schlimmer als wir uns einer großen Tempelbaustelle näherten, da dort zahlreiche Lastwagen für zusätzlichen Dreck auf den Straßen sorgte. Die Tempelbaustelle war gewaltig und man konnte schon erahnen wie groß die Tempelanlage einmal werden sollte.
Und als ob der kalte Regen nicht schon genug wäre, verlor nach ca. 20 km mein Vorderreifen so plötzlich die Luft, dass sich der Fahrradmantel von der Felge löste.  Dank Thomas, war nach 15 Minuten ein neuer Schlauch eingezogen und das Vorderrad hatte wieder Druck.

Schon um 10:30 nach ca. 40 Kilometern gab es gebratenen Reis zum vorgezogenen Mittagessen, da es auf den nächsten 50 Kilometer zwar eine Reihe kleiner Dörfer, aber keine Gelegenheit zum Essen gab. 
Am späten Vormittag, hörte es erfreulicher Weise auf zu regnen, wärmer als 16° wurde es aber nicht. Wir konnten aber die grandiose Landschaft, die langsam aus dem Dunst hervorkam besser bewundern.

Nachdem wir ja schon am Vormittag die große Tempelbaustelle gesehen hatten, steuerten wir am Nachmittag den fast baugleichen Bái Đính Temple an, der schon 2010 fertiggestellt wurde. Ohne Zweifel, ist dieser Tempel ein Meisterwerk und der Stolz des vietnamesischen Volkes in Bezug auf die Architektur, Kultur und seinem historischem Wert. Außenstehenden erschließt dies aber nicht.  Es gibt zwar prächtige und prunkvolle Räume und Statuen, doch waren nirgends wo Mönche zu sehen die dort auf ein religiöses Leben hindeuteten. Für uns hatte das Ganze eher den Charakter eines großen Parks, in dem – wie in einem Museum, religiöse Bauten mit prunkvollen Statuen zu bewundern sind.

Nachdem wir die wir uns die wichtigsten drei Tempel und den den 59 Meter hohen Turm angesehen hatten, radelten wir am späten Nachmittag die letzten 20 km nach Ninh Binh wo wir gegen 18:00 in unserem Hotel ankamen.

Hungrig und müder, wie wir waren, haben wir die Dusche auf den Abend verschoben und in einem nahe gelegenen Lokal gut gegessen. Danach waren wir zwar satt, aber immer noch müde. Wir waren uns daher einig, dass es für heute genug war.


7. Tag 35 km Tagesausflug bei bewölkten und windigen 17°
(gefühlt zeitweise wie 10°)

Nach einem recht ordentlichen Frühstück sind wir gegen halb neun auf Nebenwegen aus der Stadt in Richtung „trokenen Halongbucht“ geradelt. Eigentlich ist diese gar nicht so trocken. Zwischen bizarren Kalkfelsen die oft wie Zuckerhutberge aus der Ebene ragen, gibt es viele Teiche und Seen die über Kanäle miteinander verbunden sind.
Nachdem wir an einem etwas abseits gelegenen kleinen idyllisch Tempel haltgemacht hatten, ging es weiter zur Mua Caves. Dort gibt es neben einer wenig spektakulären Höhle auch noch eine Aussichtsplattform.  Um den Tempel in 120 m Höher zu erreichen, muss man viele, viele Stufen unterschiedlicher Höhe überwinden. Hat man das geschafft, ist der Ausblick aber fantastisch.

Nach dem nicht minder mühsamen Abstieg ging es weiter nach Tam Coc.  Der Ort ist schon einigermaßen Touristisch da von dort die Bootsfahrten zu den 3 Grotten starten.
Nach einem ausgiebigen Mittag, haben wir die Räder im Lokal stehen lassen und sind die wenigen Meter zur Anlegestelle gelaufen, wo die Touristen am laufenden Band in Sampan Boote verladen wurden (Ausländer 2, Vietnamesen 4 je Boot). In zweieinhalb Stunden sind wir dann, auf dem Ngo Dong Fluss zwischen die Kalksteinformation entlang durch die drei Grotten gerudert worden (die längste misst 140 Meter). Die Rudertechnik der Frauen und Männer ist dabei etwas Besonderes. Sie rudern in Fahrtrichtung und machen dies nicht mit den Händen, sondern den Beinen und kommen dabei auf gut 4 km/h. Unsere beiden Boote waren allerdings etwas langsamer, da sich unsere Ruderinnen die ganze Zeit über lautstark und angeregt unterhielten, was zu Lasten der Geschwindigkeit ging. Wir hätten die Bootstour sicher noch besser gefunden, wenn der Wind nicht gar so unfreundlich kalt um die Felsen geblasen hätte.  

Trotz der gemächlichen Geschwindigkeit, sind wir noch rechtzeitig zurückgekommen, so dass wir vor Einbruch der Dunkelheit im Hotel waren. Da die Temperatur immer noch bei nur 17° lag, war die Stadtbesichtigung nach dem Abendessen recht kurz und der Tag für uns um halb neun für uns zu Ende.


8. Tag 97 km eben bei durchschnittlich 23°

Ehe wir gegen 08:20 losfuhren, gab es noch ein ordentliches Frühstück. Im Gegensatz zu gestern, lagen heute die gebratenen Eier nicht auf dem Bananenpfannkuchen, sondern auf einem eigenen Teller daneben.
Unser Ziel für heute war Sầm Sơn an der Küste des Chinesischen Meeres. Die Straßen dorthin waren sehr unterschiedlich. Wir waren auf kleinen Nebenstraßen mit holprigen Pflaster, aber auch auf der teilweise neuen Autobahn A1 unterwegs.
Bei der Fahrt durch die Dörfer, konnte man oft nicht sehen wo ein Dorf endet und das nächste anfängt. Ein Haus reihte sich an das andere. Und egal ob auf dem Lande oder in der Stadt, der Verkehrslärm war unser ständiger Begleiter. Gehupt wird immer. Und wen nicht aus Sicherheitsgründen, so haben uns oft Doppelhornfanfaren darauf aufmerksam gemacht, das uns zugewuncken wurde.

Gegen Mittag haben wir an der Phát Diệm Kathedrale haltgemacht. Obwohl eine katholische Kirche, wurde sie mit Pagodendächer in traditionellen vietnamesischen Tempel-Architektur gebaut. Wären die Kreuze nicht auf den Giebeln, hätte man es für einen traditionellen buddhistischen Tempel halten können.

Die Kathedrale hat eine Gesamtfläche von 1.152 qm. Das Dach wird von 52, 11 Meter hohen Säulen aus Eisenholz getragen. Der Altar besteht aus einer einzigen Platte, die in „orthodox-Stil“ verziert ist und aus „lackiert und vergoldet Holzwerk“ gemacht wurde. Die gewölbte Decke hat Gemälde von Engel im vietnamesischen Stil. Die Innenwände sind nicht nur mit katholischen Ikonographien geschmückt, sondern auch mit östlichen religiösen Symbolen wie Drachen, Einhörner, Schildkröten und Phönixe.

Nachdem das Wetter am Nachmittag schon wesentlich freundlicher als die Tage zuvor war, konnten wir nach einer Kaffeepause unsere Jacken verstauen und sind die letzten 25 km zu unserem Ziel recht gut vorangekommen.
Am Strand hat Simone erstmal  ihre Füße ins Wasser gehalten und beschlossen heute noch baden zu gehen.

Sầm Sơn ist ein größerer Touristen- und Kurort in dem mehr als 100.000 Menschen leben. An den Wochenenden und besonders im Sommer werden es sicher doppelt so viele sein, denn an der kilometerlangen Küstenpromenade steht ein großes Hotel neben dem anderen.
Da wir bis zum Abendessen, das wir in einer Garküche neben dem Hotel bekamen, noch Zeit hatten, bin ich mit dem Fahrrad in den Stadtteil hinter den Hotels gefahren. Das ursprüngliche Leben dort finde ich interessanter als das  an der Kurpromenade.


Neue Webseite

Wie es so ist - wenige Tage vor dem Urlaub, gab es mit meiner alten Webseite Probleme. Die Zeit reichte nur noch um den Vietnam Urlaub auf die neue Seite zu übertragen.

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über mich

Als Radler Jahrgang 1948 bin ich kein Sprinter mehr, fahre aber gerne Tages- etappen von 60 km bis 100 km mit durchschnittlich 15 – 20 km/h und kann, wenn es notwendig ist, auch mal Strecken von 130 km am Tag aushalten.
Als bekennender Asien Fan bevorzuge ich dort die warmen bis heißen Länder. Für bergige und steile Strecken kann ich mich nur bedingt begeistern.
Ich übernachte gerne in kleineren Hotels oder Gäste- häusern (habe kein Zelt), schaue nicht auf jeden Euro, bin aber dabei nicht verschwenderisch.

Da meine Frau nicht mehr so weit reisen kann, fehlt mir auf den Asientouren der Reisepartner.
Ich fahre aber nicht gerne alleine und suche daher Mitradler die an Touren in Asien interessiert sind.